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Fortbildung zur geprüften Fachkraft für Arbeits- und Berufsförderung (gFAB) - Goslar

Zielgruppe:

Gruppenleiter*innen in Werkstätten für Menschen mit geistigen, seelischen und körperlichen Beeinträchtigungen.
Mitarbeiter*innen, die in der Beruflichen Bildung tätig sind (Berufsbegleiter*innen).
Aufnahmevoraussetzung: In die Zusatzqualifikation kann aufgenommen werden, wer eine mit Erfolg abgelegte Abschlussprüfung in einem anerkannten Ausbildungsberuf und danach eine mindestens zweijährige Berufspraxis nachweist.

Zielsetzung:

Als Berufsbegleiter*innen und Gruppenleiter*innen finden Sie sich in einem interessanten und vielseitigen Aufgabenfeld wieder. Ihre Kernaufgabe ist die Qualifizierung und Anleitung von Menschen, zum Beispiel mit verschiedenen Beeinträchtigungen an deren Arbeitsplätzen.
Der Abschluss zur geprüften Fachkraft für Arbeits- und Berufsförderung bietet Ihnen die Möglichkeit einen bundesweit anerkannten Fortbildungsabschluss zu erreichen, in dem die Ausbildereignungsprüfung und
die Hochschulzugangsberechtigung enthalten sind. Mit Abschluss der geprüften Fachkraft für Arbeitsund
Berufsförderung inkl. der Ausbildereignung erhalten Sie zusätzlich ein trägerinternes Zertifikat der Rehabilitationspädagogische Zusatzqualifikation (ReZA). Sie werden als Teilnehmer*innen in Ihrer Rolle
als Führungskräfte, Personalentwickler*innen und Bildungsbegleitende dafür qualifiziert, Arbeitsbedingungen zu schaffen, die Menschen z.B. mit Beeinträchtigungen bei der Entfaltung Ihrer Potentiale unterstützen. Dazu gehört die Vorbereitung darauf, Menschen dabei zu unterstützen, die eigenen, individuellen Fähigkeiten zu nutzen, um einen Arbeitsplatz besetzen zu können, an dem vorhandene Stärken zum Einsatz kommen und weiterentwickelt werden können. Auf eine personenzentrierte Haltung wird in der Fortbildung besonders Wert gelegt.

Folgende Schlüsselqualifikationen werden vermittelt:

• Aktuelle Rahmenbedingungen von Teilhabe am Arbeitsleben für Jugendliche und Menschen mit Beeinträchtigungen (rechtliche und gesellschaftliche Rahmenbedingungen)
• Arbeits- und sonderpädagogische Kompetenzen (z.B. personenzentrierte Begleit- /Teilhabeplanung und Umsetzung, Organisation von lern- und persönlichkeitsfördernden Einzel- und Gruppenarbeitsprozessen, innerhalb –und außerhalb von Werkstätten)
• Methoden zur Stärkung der Selbstverantwortung und Selbstbestimmung des Einzelnen
• Kommunikative Kompetenzen nutzen und unterstützen (Zuhören können, Gesprächsführung u.a.)
• Soziale Kompetenzen (Führungstechniken, Konflikt- und Problemlösungsverhalten, Teamfähigkeit)
• Technische Kompetenzen (fachspezifisches Wissen, technisches Verständnis, sicherheitstechnische und arbeitsmedizinische Kompetenzen)

Inhalte:

Die Inhalte der gFAB beziehen sich gemäß der Prüfungsverordnung (GFABPRV vom 16.12.2016) auf folgende Handlungsbereiche:
1. Eingliederung und Teilhabe am Arbeitsleben personenzentriert gestalten
2. Berufliche Bildung personenzentriert planen, steuern und gestalten
3. Arbeits-und Beschäftigungsprozesse personenzentriert planen und steuern sowie personenzentriert gestalten
4. Kommunikation und Zusammenarbeit personenzentriert planen, steuern und gestalten

Folgende inhaltliche Schwerpunkte werden gesetzt:

Grundlagen einer personen- und ressourcenorientierten Arbeit mit Jugendlichen und beeinträchtigten Menschen:
• Personenzentrierung, Selbstbestimmung, Menschenbild und Grundhaltung
• Grundlagen wertschätzender Kommunikation
• Entwicklung und Kernkompetenzen von Werkstätten für behinderte Menschen
• weitere Orte der Qualifizierung und Teilhabe am Arbeitsleben in Deutschland
• verschiedene Zielgruppen und deren Assistenzbedarf im Personenkreis beeinträchtigter

Rechtlichen Grundlagen der Arbeit der geprüften Fachkraft für Arbeits- und Berufsförderung und Grundzüge der Arbeitspädagogik:

• UN-Behindertenrechtskonvention und Umsetzung in Deutschland
• Grundlagen in der Sozialgesetzgebung
• Bundesteilhabegesetz, Datenschutz, Persönlichkeitsrechte, Barrierefreiheit
• Betreuungsrecht, Aufsichtspflicht und Haftung
• Arbeitssicherheit- und Gesundheitsschutz
• Produktion, Dienstleistung, Handwerk und Pädagogik als sich ergänzende Arbeitsaufgaben
• Herausforderungen der Einstellung auf verschiedene Kunden- und Zielgruppen meistern
• Anforderungen der Sozialraumorientierung
• Selbstbestimmung was bedeutet das für die Arbeit als gFAB

Grundlagen der Qualitätssicherung und deren Instrumente und Abläufe:

• Überblick zu Diagnose und Begleitinstrumenten in der Arbeit mit Menschen mit Beeinträchtigungen (z.B. ICF, KKM, Ida, Melba, HMBT)
• Personalentwicklung für Menschen mit Behinderung, Instrumente und unterstützende Prozesse (z. B. personenzentrierte Teilhabeplanung, Teilhabegespräche mit Zielvereinbarung)
• Fort- und Weiterbildung (Merkmale von bedarfsbezogenen, inklusiven Angeboten)

Methoden:

Die Teilnehmenden werden in handlungsorientierter Weise qualifiziert, dabei baut die gFAB auf den Ressourcen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf und individuelles Lernen wird durch passgenaue Methoden ermöglicht.
Folgende Methoden finden Anwendung: Unterrichtsgespräch, Kleingruppenarbeit, Kurzreferate, praktische Übungen und Rollenspiele, Exkursionen und Studientage.
Die Vorbereitung, Durchführung, Analyse und Präsentation eines differenzierten Projektes, das im Arbeitsumfeld der Teilnehmenden umgesetzt wird, ermöglicht ein interdisziplinäres Vertiefen und Auswerten durch die Umsetzung des Erlernten in die Praxis. In Kleingruppen wird Teamarbeit erprobt, reflektiert und Sozialkompetenz gefördert. Selbsterfahrung und Beobachtung des eigenen Verhaltens sind ein wesentlicher Akzent der praktischen Ausbildung.

Struktur:

Die Struktur der gFAB bietet verzahnte Lerneinheiten die miteinander verknüpft sind. Es werden Ihre persönlichen Fähigkeiten berücksichtigt, denn das Angebot baut auf Ihrer Berufsausbildung und ihren Erfahrungen auf. Die 800 Unterrichtstunden umfassende Fortbildung wird in einem ca. monatlichen Rhythmus, verteilt über einen Zeitraum von ca. zwei Jahren durchgeführt. Die theoretischen Anteile der Ausbildung finden überwiegend donnerstags bis samstags statt.
Überwiegend Dienstag, Mittwoch arbeiten die Teilnehmer*innen praxisbezogen am eigenen Arbeitsplatz (Studientage) an aktuellen Themen der Fortbildung oder dem selbstverantwortlich gewählten Projektthema.
Nach erfolgreichem Durchlaufen der Fortbildung können Sie die externe Prüfung zur „geprüften Fachkraft für Arbeits- und Berufsförderung“ (gFAB) ablegen.

Abschluss / Zeugnis
Prüfungsverfahren:


Im Abschlussverfahren soll der/ die Lehrgangsteilnehmer*in nachweisen, dass er/sie aufbauend auf seiner/ihrer bisherigen beruflichen Ausbildung und praktischen Berufs- und Lebenserfahrung eine pädagogische Qualifikation für die Arbeit mit Menschen rund um deren Teilhabe am Arbeitsleben erworben hat.

Externer Prüfungsausschuss:

Die Abschlussprüfung findet durch eine externe prüfende Stelle statt und ist gegliedert in eine schriftliche Prüfungsaufgabe sowie eine Projektarbeit (Einzelarbeit) mit Präsentation und Fachgespräch.
• Schriftliche Prüfungsaufgabe (240 Minuten):
Die schriftliche Prüfungsaufgabe besteht aus einer Klausurarbeit die sich über 240 Minuten erstreckt. Das Thema, besteht aus praxisbezogenen Aufgabenstellungen, die sich auf alle vier Handlungsbereiche der gFAB Fortbildung beziehen.
• Projektarbeit, beinhaltet die schriftliche Abschlussarbeit mit Präsentation (ca. 20 Minuten) und Fachgespräch (25 Minuten):
Das Thema der Projektarbeit der gFAB muss eine Verbindung von zwei der o.g. Handlungsbereiche darstellen. Die Bearbeitungszeit: beträgt 30 Kalendertage. Die Auswahl der Themenstellung wird in Absprache mit den entsendenden Einrichtungen, Teilnehmerinnen und Teilnehmern sowie Lehrkräften getroffen.
Die Präsentation findet als Teil der Abschlussprüfung statt (Projektpräsentation mit Fachgespräch).

Prüfungsergebnis:

Der Prüfungsausschuss stellt gemeinsam die Ergebnisse der einzelnen Teilleistungen fest. Die Prüfung ist bestanden, wenn drei Prüfungsteile (schriftliche Prüfungsaufgabe, Projektpräsentation mit schriftlicher Abschlussarbeit (Projektarbeit) und Fachgespräch) mit mindestens ausreichend bewertet wurden.

Wiederholung von Prüfungsleistungen:

Wurde die schriftliche Prüfungsaufgabe, die schriftliche Abschlussarbeit oder die Projektpräsentation einschließlich Fachgespräch nicht bestanden, so kann dieser Prüfungsbestandteil innerhalb einer Frist von zwei Jahren, beginnend mit dem Tag der nicht bestandenen Prüfung, zweimal wiederholt werden (siehe §15 Absatz 1 der Vo. über die Prüfung zum anerkannten Fortbildungsabschluss – GFABPrV vom 13.12.2016).

Abschlusszeugnis:

Über die Prüfung erhält die/der Teilnehmer*in vom Landesamt für Soziales, Jugend und Familie jeweils zwei Zeugnisse. In dem einen Zeugnis wird der Erwerb des Fortbildungsabschlusses bescheinigt. In dem anderen Zeugnis sind die Handlungsbereiche angegeben und die Ergebnisse der Prüfungen (schriftlichen Prüfungsaufgabe, schriftliche Abschlussarbeit und Projektpräsentation mit Fachgespräch) mit einer Gesamtnote. Des Weiteren ist der Erwerb der Ausbildereignung angegeben.

Fehlzeiten:


Der Bildungsträger behält sich vor, bei unverhältnismäßig hohen Fehlzeiten gesonderte Leistungsnachweise durchzuführen. Dies gilt in der Regel ab 14 Fehltagen.

 

Veranstaltungsdaten

Veranstaltungsart

Seminarreihe
 

Institut

Landesverband Niedersachsen – Akademie für Rehaberufe
 

Seminarleitung

Heiko Eifling
 

Starttermin

19.09.2019, 09:00 Uhr
 

Endtermin

20.02.2021, 09:00 Uhr
 

Terminzusatz

Anmeldeschluss: 28.08.2019
 

Veranstaltungsort

Bildungshaus Zeppelin & Steinberg e.V. Zeppelinstr. 7, 38640 Goslar
 

Bundesland

Niedersachsen
 

Teilnahmebeitrag

4362,00 €
+ Prüfungsgebühren ca. 360,00€ + Leistungen des Bildungshauses je Tag 18,00€
 

Anmeldung

 
 
 
 
 
 

Kontaktadresse

Akademie für Rehaberufe
Nordring 8 G
30163 Hannover

Telefon: 0511 / 909 257-01
Telefax: 0511 / 909 257-12
E-Mail: akademie (at) lebenshilfe-nds.de

 
 
 
 
 
 
 
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