Fortbildung zur geprüften Fachkraft für Arbeits- und Berufsförderung (gFAB) - Hannover

Langzeitfortbildung

Als Berufsbegleiterinnen und Berufsbegleiter und Gruppenleiterinnen und Gruppenleiter finden Sie sich in einem interessanten und vielseitigen Aufgabenfeld wieder. Ihre Kernaufgabe ist die Qualifizierung und Anleitung von Menschen, zum Beispiel mit verschiedenen Beeinträchtigungen an deren Arbeitsplätzen. Der Abschluss zur geprüften Fachkraft für Arbeits- und Berufsförderung bietet Ihnen die Möglichkeit einen bundesweit anerkannten Fortbildungsabschluss zu erreichen, in dem die Ausbildereignungs-prüfung und die Hochschulzugangsberechtigung enthalten sind.

Zielgruppe

Fachkräfte, Mitarbeiter*innen

Ort

Akademie für Rehaberufe, Nordring 8 G, 30163 Hannover

Datum

Mi, 09.06.2021, 09:00 Uhr - Sa, 01.07.2023, 15:00 Uhr

Gebühren

4362 Euro
zuzüglich ca. 360 Euro externe Prüfungsgebühren sowie ggf. anfallende Kopierkosten

Anmeldeschluss

05.05.2021

Rücktritt bis spätestens

05.05.2021

Inhalt

Ausbildung zur geprüften (g) „Fachkraft für Arbeits- und Berufsförderung“ (FAB)

Zielgruppe:

Gruppenleiter*innen in Werkstätten für Menschen mit geistigen, seelischen und körperlichen Beeinträchtigungen.
Mitarbeiter*innen, die in der Beruflichen Bildung tätig sind (Berufsbegleiter*innen).  

Voraussetzungen für die Zulassung zur Prüfung (lt. GFABPrV):

 In die Zusatzqualifikation kann aufgenommen werden, wer Folgendes nachweist:
- eine erfolgreich abgelegte Abschlussprüfung in einem nach dem Berufsbildungsgesetz oder nach der Handwerksordnung anerkannten Ausbildungsberuf und eine sich daran direkt anschließende mindestens zweijährige einschlägige Berufspraxis,

- eine erfolgreich abgelegte Abschlussprüfung in
   a) einem auf der Grundlage eines Berufszulassungsgesetzes geregelten Heilberuf oder
   b) einem dreijährigen landesrechtlich geregelten Beruf im Gesundheits- und Sozialwesen und eine sich     direkt daran anschließende mindestens zweijährige einschlägige Berufspraxis,

- ein erfolgreich abgeschlossenes einschlägiges Hochschulstudium und eine sich direkt daran anschließende mindestens zweijährige einschlägige Berufspraxis oder

- eine mindestens sechsjährige Berufspraxis im Ausbildungsberuf.

Sechs Monate der nachzuweisenden Berufspraxis müssen in Aufgabenbereichen geleistet worden sein, die wesentliche Bezüge zu Aufgaben einer geprüften Fachkraft zur Arbeits- und Berufsförderung haben.
                                                                                                 

Zielsetzung:

Als Berufsbegleiterinnen und Berufsbegleiter und Gruppenleiter*innen finden Sie sich in einem interessanten und vielseitigen Aufgabenfeld wieder. Ihre Kernaufgabe ist die Qualifizierung und Anleitung von Menschen, zum Beispiel mit verschiedenen Beeinträchtigungen an deren Arbeitsplätzen.
Der Abschluss zur geprüften Fachkraft für Arbeits- und Berufsförderung bietet Ihnen die Möglichkeit einen bundesweit anerkannten Fortbildungsabschluss zu erreichen, in dem die Ausbildereignungsprüfung und die Hochschulzugangsberechtigung enthalten sind. Mit Abschluss der geprüften Fachkraft für Arbeits- und Berufsförderung inkl. der Ausbildereignung erhalten Sie zusätzlich ein trägerinternes Zertifikat der Rehabilitationspädagogische Zusatzqualifikation (ReZA). Sie werden als Teilnehmer*innen in Ihrer Rolle als Führungskräfte, Personalentwickler*innen und Bildungsbegleitende dafür qualifiziert, Arbeitsbedingungen zu schaffen, die Menschen z.B. mit Beeinträchtigungen bei der Entfaltung Ihrer Potentiale unterstützen. Dazu gehört die Vorbereitung darauf, Menschen dabei zu unterstützen, die eigenen, individuellen Fähigkeiten zu nutzen, um einen Arbeitsplatz besetzen zu können, an dem vorhandene Stärken zum Einsatz kommen und weiterentwickelt werden können. Auf eine personenzentrierte Haltung wird in der Fortbildung besonders Wert gelegt.

Folgende Schlüsselqualifikationen werden vermittelt:

  • Aktuelle Rahmenbedingungen von Teilhabe am Arbeitsleben für Jugendliche und Menschen mit Beeinträchtigungen (rechtliche und gesellschaftliche Rahmenbedingungen)
  • Arbeits- und sonderpädagogische Kompetenzen (z.B. personenzentrierte Begleit-/Teilhabeplanung und Umsetzung, Organisation von lern- und persönlichkeitsfördernden Einzel- und Gruppenarbeitsprozessen, innerhalb –und außerhalb von Werkstätten)
  • Methoden zur Stärkung der Selbstverantwortung und Selbstbestimmung des Einzelnen
  • Kommunikative Kompetenzen nutzen und unterstützen (Zuhören können, Gesprächsführung u.a.)
  • Soziale Kompetenzen (Führungstechniken, Konflikt- und Problemlösungsverhalten, Teamfähigkeit)
  • Technische Kompetenzen (fachspezifisches Wissen, technisches Verständnis, sicherheitstechnische und arbeitsmedizinische Kompetenzen)

Inhalte:

Die Inhalte der gFAB beziehen sich gemäß der Prüfungsverordnung (GFABPRV vom 16.12.2016) auf folgende Handlungsbereiche:

  1. Eingliederung und Teilhabe am Arbeitsleben personenzentriert gestalten
  2. Berufliche Bildung personenzentriert planen, steuern und gestalten
  3. Arbeits-und Beschäftigungsprozesse personenzentriert planen und steuern sowie personenzentriert gestalten
  4. Kommunikation und Zusammenarbeit personenzentriert planen, steuern und gestalten


Folgende inhaltliche Schwerpunkte werden gesetzt:

Grundlagen einer personen- und ressourcenorientierten Arbeit mit Jugendlichen und beeinträchtigten Menschen:

  • Personenzentrierung, Selbstbestimmung, Menschenbild und Grundhaltung
  • Grundlagen wertschätzender Kommunikation
  • Entwicklung und Kernkompetenzen von Werkstätten für behinderte Menschen
  • weitere Orte der Qualifizierung und Teilhabe am Arbeitsleben in Deutschland
  • verschiedene Zielgruppen und deren Assistenzbedarf im Personenkreis beeinträchtigter

Rechtlichen Grundlagen der Arbeit der geprüften Fachkraft für Arbeits- und Berufsförderung und Grundzüge der Arbeitspädagogik:

  • UN-Behindertenrechtskonvention und Umsetzung in Deutschland
  • Grundlagen in der Sozialgesetzgebung
  • Bundesteilhabegesetz, Datenschutz, Persönlichkeitsrechte, Barrierefreiheit
  • Betreuungsrecht, Aufsichtspflicht und Haftung
  • Arbeitssicherheit- und Gesundheitsschutz
  • Produktion, Dienstleistung, Handwerk und Pädagogik als sich ergänzende Arbeitsaufgaben
  • Herausforderungen der Einstellung auf verschiedene Kunden- und Zielgruppen meistern
  • Anforderungen der Sozialraumorientierung
  • Selbstbestimmung was bedeutet das für die Arbeit als gFAB

Grundlagen der Qualitätssicherung und deren Instrumente und Abläufe:

  • Überblick zu Diagnose und Begleitinstrumenten in der Arbeit mit Menschen mit Beeinträchtigungen (z.B. ICF, KKM, Ida, Melba, HMBT)
  • Personalentwicklung für Menschen mit Behinderung, Instrumente und unterstützende Prozesse (z.B. personenzentrierte Teilhabeplanung, Teilhabegespräche mit Zielvereinbarung)
  • Fort- und Weiterbildung (Merkmale von bedarfsbezogenen, inklusiven Angeboten)

Methoden:

Die Teilnehmenden werden in handlungsorientierter Weise qualifiziert, dabei baut die gFAB auf den Ressourcen der Teilnehmer*innen auf und individuelles Lernen wird durch passgenaue Methoden ermöglicht.

Folgende Methoden finden Anwendung: Unterrichtsgespräch, Kleingruppenarbeit, Kurzreferate, praktische Übungen und Rollenspiele, Exkursionen und Studientage.
Die Vorbereitung, Durchführung, Analyse und Präsentation eines differenzierten Projektes, das im Arbeitsumfeld der Teilnehmenden umgesetzt wird, ermöglicht ein interdisziplinäres Vertiefen und Auswerten durch die Umsetzung des Erlernten in die Praxis . In Kleingruppen wird Teamarbeit erprobt, reflektiert und Sozialkompetenz gefördert. Selbsterfahrung und Beobachtung des eigenen Verhaltens sind ein wesentlicher Akzent der praktischen Ausbildung.

Struktur:

Die Struktur der gFAB bietet verzahnte Lerneinheiten miteinander zu verknüpfen. Es werden auch Ihre persönlichen Fähigkeiten berücksichtigt, denn das Angebot baut auf Ihrer Berufsausbildung und ihren Erfahrungen auf. Die 800 Unterrichtstunden umfassende Fortbildung wird in einem ca. 14-tägigen Rhythmus, verteilt über einen Zeitraum von ca. zwei Jahren durchgeführt. Die theoretischen Anteile der Ausbildung in Hannover finden überwiegend freitags und samstags statt. Mittwochs/Donnerstags arbeiten die Teilnehmer*innen praxisbezogen am eigenen Arbeitsplatz an aktuellen Themen der Fortbildung oder dem selbstverantwortlich gewählten Projektthema.
Nach erfolgreichem Durchlaufen können Sie die externe Prüfung zur „geprüften Fachkraft für Arbeits- und Berufsförderung“ (gFAB) ablegen.

Prüfungsverfahren:

Im Abschlussverfahren soll der/ die Lehrgangsteilnehmer*in nachweisen, dass er/sie aufbauend auf seiner/ihrer bisherigen beruflichen Ausbildung und praktischen Berufs- und Lebenserfahrung eine pädagogische Qualifikation für die Arbeit mit Menschen rund um deren Teilhabe am Arbeitsleben erworben hat.

Externer Prüfungsausschuss:
Die Abschlussprüfung findet durch eine externe prüfende Stelle statt und ist gegliedert in eine schriftliche Prüfungsaufgabe sowie eine Projektarbeit (Einzelarbeit) mit Präsentation und Fachgespräch.

Schriftliche Prüfungsaufgabe (240 Minuten):
Die schriftliche Prüfungsaufgabe besteht aus einer Klausurarbeit die sich über 240 Minuten erstreckt. Das Thema, besteht aus praxisbezogenen Aufgabenstellungen, die sich auf alle vier Handlungsbereiche der gFAB Fortbildung beziehen.

Projektarbeit, beinhaltet die schriftliche Abschlussarbeit mit Präsentation (ca. 20 Minuten) und Fachgespräch (25 Minuten):
Das Thema der Projektarbeit der gFAB muss eine Verbindung von zwei der o.g. Handlungsbereiche darstellen. Die Bearbeitungszeit: beträgt 30 Kalendertage. Die Auswahl der Themenstellung wird in Absprache mit den entsendenden Einrichtungen, Teilnehmerinnen und Teilnehmern sowie Lehrkräften getroffen.
Die Präsentation findet als Teil der Abschlussprüfung statt (Projektpräsentation mit Fachgespräch).

Prüfungsergebnis:
Der Prüfungsausschuss stellt gemeinsam die Ergebnisse der einzelnen Teilleistungen fest. Die Prüfung ist bestanden, wenn drei Prüfungsteile (schriftliche Prüfungsaufgabe, Projektpräsentation mit schriftlicher Abschlussarbeit (Projektarbeit) und Fachgespräch) mit mindestens ausreichend bewertet wurden.

Wiederholung von Prüfungsleistungen: 
Wurde die schriftliche Prüfungsaufgabe, die schriftliche Abschlussarbeit oder die Projektpräsentation einschließlich Fachgespräch nicht bestanden, so kann dieser Prüfungsbestandteil innerhalb einer Frist von zwei Jahren, beginnend mit dem Tag der nicht bestandenen Prüfung, zweimal wiederholt werden (siehe §15 Absatz 1 der Vo. über die Prüfung zum anerkannten Fortbildungsabschluss – GFABPrV vom 13.12.2016).

Abschlusszeugnis:
Über die Prüfung erhält die Teilnehmer*in vom Landesamt für Soziales, Jugend und Familie jeweils zwei Zeugnisse. In dem einen Zeugnis wird der Erwerb des Fortbildungsabschlusses bescheinigt. In dem anderen Zeugnis sind die Handlungsbereiche angegeben und die Ergebnisse der Prüfungen (schriftlichen Prüfungsaufgabe, schriftliche Abschlussarbeit und Projektpräsentation mit Fachgespräch) mit einer Gesamtnote. Des Weiteren ist der Erwerb der Ausbildereignung angegeben.

Fehlzeiten: 
Der Bildungsträger behält sich vor, bei unverhältnismäßig hohen Fehlzeiten gesonderte Leistungsnachweise durchzuführen. Dies gilt in der Regel ab 14 Fehltagen.

Folgende Unterlagen sind zum Nachweis der Voraussetzungen für die Zulassung zur Prüfung gFAB beizufügen:

  • Anerkennung des Arbeitgebers
  • Anmeldeformular
  • Lebenslauf: original mit Unterschrift und Datum
  • Zeugnis der Berufsausbildung, beglaubigte Kopie
  • Nachweis der Berufstätigkeit, beglaubigte Kopie 
 Telefonische Reservierungen können nicht vorgenommen werden.                                                                     

Änderung des Seminartermins:

Terminliche und inhaltliche Änderungen können manchmal notwendig sein. Falls das Seminar aufgrund zu geringer Anmeldungen nicht stattfinden kann oder der Termin aufgrund einer Erkrankung des Referenten nicht durchgeführt wird, werden Sie schnellstmöglich hierüber informiert.

Das Kompetenzmodell
Das Kompetenzmodell

Das Kompetenzmodell

Kompetenzmodell zur Ausbildung der „Fachkraft zur Arbeits und Berufsförderung in Werkstätten für behinderte Menschen“ (FAB) und der „Geprüften Fachkraft zur Arbeits- und Berufsförderung in Werkstätten für behinderte Menschen“ (gFAB) an der Akademie für Rehaberufe Hannover

Das Kompetenzmodell sichert die Qualität der neuen (g)FAB, in dem sie mehrere Kompetenzstränge berücksichtigt.

  • Die persönliche Kompetenz wird in allen Modulen als wesentliche Säule ausgebaut:
    • Wertschätzende, ressourcenorientierte Grundhaltung und Achtung vor jedem Menschen in seiner Einzigartigkeit.
    • Fähigkeit zur Selbstreflektion.
  • Eine weitere Säule stellt die sozial-kommunikative Kompetenz dar. Die (g)FAB befähigt die Teilnehmer sich auf andere einzustellen, Gruppenprozesse zu begleiten und Konflikt konstruktiv zu bewältigen und Menschen in Ihrer Selbstverantwortung zu stärken.

  • Die dritte tragende Säule besteht aus der fachlich-methodischen Kompetenz und dem Fachwissen, welches die (g)FAB rund um das Tätigkeitsfeld der Assistenz und Qualifizierung von Menschen mit Beeinträchtigungen vermittelt.

  • Über den Strang der Feldkompetenz verfügen die TeilnehmerInnen bereits bei Beginn der FAB/gFAB, durch Ihre Vorerfahrungen und Qualifizierungen (z. B. Berufsausbildungen), diese Kompetenz wird daher in der (g)FAB nicht ausgebildet, jedoch berücksichtigt und eingebunden.

  • Diese vier Kompetenzbereiche werden ergänzt durch die Handlungskompetenz, die die (g)FAB mit dem Ziel vermittelt, zu gewährleisten, dass die Kenntnisse aller vier Kompetenzfelder angemessen miteinander in der Praxis angewendet werden können.

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